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The Pan-Arabia Enquirer

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Tarifvertrag diakonie berlin

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Die BAGS erhielt197 das Recht, Tarifverträge für private (gemeinnützige und gewinnorientierte) Anbieter von Sozialleistungen abzuschließen, weil die zuständige Staatliche Behörde (das BundeseinigungsamtFootnote 9) die Organisation aufgrund ihrer Repräsentativität der Beschäftigten in der Branche als “erhebliche wirtschaftliche Relevanz” in der Branche ansah. Die Gewerkschaften unterstützten das Rechtliche Verfahren, das zum Anspruch der BAGS-Verbände auf Tarifverhandlungen führte: “Weil wir auch Tarifverträge abschließen wollten, haben wir die Arbeitgeber unterstützt und waren im Senat der Bundesschiedskommission” (Interview 13). Die österreichische Caritas-Organisation als größter Arbeitgeber im Sozialdienst (rund 14.000 Beschäftigte im Jahr 2015) erhielt neben anderen Organisationen wie dem Österreichischen Roten Kreuz und der Diakonie auch das Recht, Tarifverträge auf organisationsebenem Niveau abzuschließen. Die kirchlichen Anbieter Caritas und Diakonie genießen das besondere Recht, über den sogenannten “dritten Weg” Leitlinien für Arbeitsverträge abzuschließen. Das bedeutet, dass Sonderkommissionen, die mit Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertretern besetzt sind, diese Leitlinien aushandeln. In einigen ihrer Regionalen hat die stärker dezentrale Diakonie von diesem dritten Weg abgewichen und tarifgebundene Verträge mit ver.di abgeschlossen. Viele diakonische Unternehmen sind im Verband diakonischer Dienstgeber in Deutschland (VdDD)Fußnote 17 vertreten, der 1996 gegründet wurde, um die Interessen diakonischer Unternehmen zu fördern, die der Meinung waren, dass die religiös orientierte Diakonie ihr wirtschaftliches Interesse nicht gut repräsentierte (Interview 17). VdDD-Vertreter befürworten vor allem den Wettbewerb zwischen Sozialdienstleistern – oder halten ihn für unausweichlich, weil die Erstattung aller angefallenen Kosten der Vergangenheit angehört. Sie fordern jedoch die gleichen Rahmenbedingungen für alle Wettbewerber. Zu diesen Rahmenbedingungen sollte ihrer Ansicht nach die Erstattung von Kosten gehören, die sich aus höheren Löhnen ergeben, wenn ein Tarifvertrag einen Anbieter bindet. Ziel des VdDD ist es, einen umfassenden Rahmen kollektiver Regelungen für alle diakonischen Unternehmen in Deutschland zu schaffen. Um mit privaten gewinnorientierten Anbietern konkurrieren zu können, die ohne Tarifverträge tätig sind, würde dieser Rahmen die Möglichkeit bieten, differenzierte Löhne in verschiedenen Regionen und Teilsektoren zu erzielen (Interview 18).

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